Ca. 242 km/ 7200 Hm

 

Etappe 1, 24.10.2016

  • Puerto Andraitx – Esporles
  • 47,8 km, Hm1635 ↓1452 (Wasserverbrauch 5,5l ;-) )

Der erste Morgen begrüßt uns mit grauem Himmel, aber sehr angenehmen Temperaturen, im Tagesverlauf bis 25°C. Alle Teilnehmer haben am Vorabend ihre Bikes gecheckt, dennoch gibt es noch einige Restarbeiten zu erledigen – Bremsscheiben werden noch gerichtet, Kleinigkeiten zurecht gefummelt. Angespannte Vorfreude auf die Tour ist zu spüren. 

   

Mit Blick auf das Meer durchqueren wir den Hafen von Andraitx. So schön es ist, am Meer zu starten, einen Nachteil gibt es natürlich: weiter Hinabfahren geht nun wirklich nicht. Also geht es zum Einfahren mal direkt richtig rauf!

Mallorca zeigt sich von seiner schroffen Seite. Wie in den nächsten Tagen auch, geht es über schroffe Felspassagen und sehr steinig verblockte Wege über mehrere Stunden aufwärts. Dennoch entschädigt die tolle Aussicht und die wunderschöne, karge Landschaft für die Mühsal. Einige kleinere Tragepassagen führen uns zu technischen Trails, die fordernd sind und bei denen man nicht bedauert Knie- und Ellebogenschoner zu tragen. Einfach nur grandios!

   

Nach Mittagsrast in einem kleinen, ursprünglichen Bergdorf geht der berühmte Ritt auf dem Sägeblatt weiter, bis uns schließlich ein wahrhaft steiniger Weg über den „Kirchentrail“ mit einer langen Treppe mit 60 cm hohen Stufen nach Esporles führt.

 

Etappe 2, 25.10.2016

  • Esporles – Port de Soller
  • 45,9 km, Hm1325 ↓1495

Wie nicht anders zu erwarten startet die 2. Etappe auch mit einem schier endlos erscheinenden, technisch schwierig zu bewältigendem Anstieg mit einigen Schiebe- und Tragepassagen. Nach knapp dreistündigem Bergauf sind unsere Erwartungen auf den anschließenden Downhill natütlich groß, werden aber bitter enttäuscht, als uns Guide Michael offenbart, dass der Weg zu unserer Mittagsrast in Cala Deia nur über Asphalt führt. Aber kühlender Fahrtwind hat ja auch was schönes…

Von Cala Deia – eine wunderschöne Bucht, leider etwas zu stark touristisch erschlossen – geht es über Steinstufen zum nächsten Gipfel mit einem anschließenden kilometerlangen Trail Richtung Soller. Leider kann uns unser Kollege Stefan „Mittelschweizer“ nicht begleiten, da er auf direktem Weg nach Soller hinabrollen muss, nachdem er sich das Schaltwerk geschrottet hat. In Soller – in einer weiten Bucht gelegen- erwartet uns das erste Hotel am Platz, direkt am Strand.

 

Etappe 3, 26.10.2016

  • Port de Soller – Alaro
  • 52,1 km, Hm1932 ↓1737

Die dritte Etappe beginnt deutlich vor 6:00 Uhr morgens mit sehr engagiertem Hahnengeschrei, so dass wir den lila Himmel über den Bergen noch vor dem Frühstück genießen können. Aber da heute eine lange Etappe ansteht und Michael eh früher starten möchte, alles halb so wild.

Diesmal erwartet uns zunächst ein langer Asphaltanstieg durch Olivenhaine und eine Schotterabfahrt zum Gehöft „Balitx“. Die nächste gut einstündige Aufwärtspassage über das schon bekannt schwierige Gelände weckt wieder große Erwartungen, die diesmal wahrhaftig auch bedient werden. Es folgt das Highlight der Tour mit dem ca. 15km langen „Fischertrail“ entlang der Küstenlinie. Ein teils stark verblockter, auf- und abgehender Weg, der uns fahrtechnisch alles abverlangt.

Nach der stärkenden „Mittagsbolognese“ in einem kleinen Fischerdorf folgt die Passstraße zum „Coll dels Reis“. 682 Hm auf ca. 7,5 km, die einige Körner kosteten. Weiter geht’s entlang den Stauseen „Gorg Blau“ und „Cúber“, denen man die herrschende Wasserknappheit auf Mallorca durchaus ansehen kann, zum Eingang der „Almadra Schlucht“. Die Schluchtdurchquerung stellt mit ihrem wirklich schroffen Terrain die bisherigen anspruchsvollen Abfahrten locker in den Schatten. Sicher das technische Highlight der Tour! Zu den folgenden Tunnelpassagen –inklusive totem Schaf- überrascht uns Stefan „Bägga“ Becker mit seinem „Tunneltrikot“ - witzig, auch wenn man über den Geschmack des gleichnamigen Gesöffs geteilter Meinung sein kann.

   

Anschließend noch lockeres Ausrollen nach Alaro.

 

Etappe 4, 27.10.2016

  • Alaro – Kloster Lluc
  • 49,4 km, Hm1412 ↓1147

In Alaro starten wir bei blauem Himmel und deutlich kühlerer Temperatur bergan durch Olivenhaine zu einer Umrundung eines Tafelbergs. Außer der tollen Serpentinenstrecke (inklusiver meiner Rolle seitwärts) überraschte uns der Downhill durch einen Steineichenwald mal mit flowigem Untergrund ohne viel Fels und Stein. Eine echt schöne Abwechslung! Nachdem es nochmal an Alaro vorbei ging, durchqueren wir einen weiteren Seitenarm der „Almadraschlucht“.

    

Nach zähem Mittagssandwich steht der lange Anstieg zum Kloster Lluc an. Ein Weg, wieder sehr verblockt, mit vielen Stufen, der sich an der Außenseite des Bergs in langen Biegungen hinaufschraubt. Das unglaubliche Panorama begleitet uns und der Blick wechselt immer von der Ferne auf den Weg, der Nachlässigkeit straft.

Zur Belohnung gibt’s im Kloster erstmal ein wohlverdientes Weizenbier und nach Bezug unserer Kammern ein leckers „Abendmahl“.

 

Etappe 5, 28.10.2016

  • Kloster Lluc – Alcudia
  • 47,4 km, Hm905 ↓1367

Heute kann uns nichts passieren – haben wir doch unsere Trinkvorräte an der heiligen Quelle des Klosters gefüllt. Dennoch bleibt uns dass mitlerweile obligatorische Einrollen bergauf nicht erspart, denn das Kloster liegt in einem weiten Talkessel knapp unterhalb der Bergspitze. Macht aber nichts, da die letzte Etappe mit nur einen langem Aufstieg auf uns wartet und geprägt ist von langen Downhillpassagen mit wechselndem felsig verblockten und waldigen Böden in den Pinienwäldern. Einfach schön! Der Weg endet direkt am Strand und alle können sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. Nach dem Einchecken im einige wenige Kilometer entfernten Hotel lassen wir die Woche am Strand und einem gemütlichen Abend in Alcudia ausklingen.